Re: Arbeit auf den Färöer-Inseln

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erstellt von Helmut Wilhelm am 6. April 2003 um 0:40:34 Uhr



Antwort auf: Arbeit auf den Färöer-Inseln (von Dr. Guido Elberfeld am 30. Maerz 2003 um 13:15:22 Uhr)
Sehr geehrter Herr Elberfeld,

mit Norwegisch-Kenntnissen werden Sie überhaupt keine Sprachprobleme auf den Färöern haben. Alle Färinger sprechen ja Dänisch, und dieses Dänisch klingt fast wie Norwegisch. Die Färinger sind auch meisterhaft dazu in der Lage, ihr Dänisch dem Gesprächspartner anzupassen, sie können es gewissermaßen nach Schwedisch oder Norwegisch verbiegen. Einziges Problem: Wenn man so leicht kommunizieren kann, dauert es länger, bis man das nicht ganz einfache Färöisch lernt.

Ob es sich lohnt, auf den Färöern zu arbeiten, müssen Sie ausrechnen. Das Preisniveau ist hoch, erreicht aber keineswegs isländische oder norwegische Gefilde. Letztendlich passt man seine Lebensart ja auch dem Land an und kauft das, was gut und presiwert ist. Davon gibt es wahrhaftig genug.

Ich glaube, dass die färöischen Schulen gut sind. Ich habe zwar keine detaillierten Erfahrungen, aber mein Eindruck von den Schulen dort war immer hervorragend. Unser Schulsystem ist übrigens ein guter Grund, auszuwandern (ich habe 3 Kinder durch das deutsche Schulsystem begleitet und deshalb manches Mal bereut, nicht nach Skandinavien ausgewandert zu sein). Es ist wahrscheinlich nicht einfach, im Ausland ein Schulsystem zu finden, das die Kinder weniger fördert und mehr frustriert, als das unsrige. Man darf auch nicht vergessen, dass die Arbeitsbedingungen für denjenigen Ehepartner, der sich hauptsächlich um die Kinder kümmert, auf jeden Fall besser sind, denn andere Länder erlauben es sich nicht, die wertvolle Arbeitskraft der Mütter (die sind ja meistens betroffen) brach liegen zu lassen, nur weil man nicht in der Lage oder gewillt ist, vernünftige Kinderbetreuung anzubieten.

Das größte Problem sehe ich in der Witterung und der manchmal bedrückenden Landschaft. Das erträgt nicht jeder, man muss dafür geschaffen sein! Manche Menschen fühlen sich auf Inseln auch eingesperrt und bekommen so etwas wie den "Inselkoller".

Das kulturelle Leben schätze ich in Relation zur Einwohnerzahl als gigantisch ein, dennoch ist es relativ. Es ist aber wie mit allem: Nutzt man das, was an Besonderem geboten wird, bewusst und intensiv, erlebt man vielleicht in einem Jahr mehr als in 5 Jahren Großstadt.

Es gibt nur wenige Deutsche auf den Färöern, ich kenne z.B. eine Kinderärztin, die dort gearbeitet hat. Die müsste sich ausfindig machen lassen.

Hilft das weiter?

Gruß!

Helmut Wilhelm

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