Konzertbericht Yggdrasil

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erstellt von Arne List am 14. November 2004 um 17:00:10 Uhr



Konzertbericht Yggdrasil
Moin allerseits,

gestern war also Yggdrasil in Flensburg im Rahmen des alljährlichen Nordischen Themenabends der Dänischen Minderheit in Südschleswig. Entsprechend dänisch ging es dort zu. Höhepunkt und Abschluss des Tages war das Konzert von Yggdrasil und Kári Sverrisson im Flensborghus (u.a. ist das ein dänisches Kulturzentrum).

Im gut gefüllten Veranstaltungssaal waren mehr als 200 Leute, die meisten dänisch-sprechend, wobei realtiv wenig junge Leute da waren.

Das Konzert fing ca. 20.15 recht pünktlich an. "Ganz schön avantgardistisch" dachte ich noch so bei mir "...ob das Publikum da mitgeht?". Als der letzte Ton verstummte, setzte tosender Beifall ein, mein Sitznachbar rief nur "fantastisk". Dann kam Kári.

Spätestens hier war klar, dass das Publikum wirklich nicht vorbereitet war, denn sonst wäre der ja mit einem Riesenapplaus begrüßt (erkannt) worden, als er die Bühne betrat. Also zweites Stück.

Den Rest des Abends hat Kári mit seiner klaren, ausdrucksstarken Stimme dominiert. Es war... ja, fantastisk! Er sang z.B. ein uraltes dänisches Kirchenlied von Kingo. Begleitet war das nur von Mikael Blaks Bass.

Ein äußerst abwechslungsreiches und doch in sich stimmiges Konzert. Kristian Blak leitete den zweiten Teil mit einem kleinen Vortrag über die Fabelwesen auf den Färöern ein und zeigte dazu unter anderem Grafiken von William Heinesen.
Der zweite Teil war ein endlos langes Stück aus mehreren Teilen. Es gab Szenenapplaus nach einem fulminanten Schlagzeugsolo von Brandur Jacobsen. Der begnadete Saxophonist Brandur Jacobsen lieferte sich ein Duell mit Mikael Blak am E-Bass (unter allgemeiner Heiterkeit), und Heðin Ziska Davidsen bewies, wie schon den ganzen Abend, dass die Färöer einen Weltklasse-Gitarristen haben.

Es mussten zwei Zugaben gespielt werden. Auch da kam es noch mal zu einem Höhepunkt: "Umiaq". Umiaq ist eine Blak-Komposition, die in Grönland spielt. Der Gesang ist ohne Worte (Kári konnte noch mal seine Stimmengewalt beweisen), und das Stück habe ich jetzt auch auf CD.

Natürlich gab es auf dem Konzert CDs aller beteiligten Musiker zu kaufen, also kaufte ich mir welche. Eivörs Debutalbum war auch dabei, und eine ganz neue Scheibe, die ich hiermit allen Färöer- und Musikfreunden wärmstens ans Herz lege:

Yggdrasil live in Rudolstadt.

Aufgenommen 2003 vom MDR, gemastert von Útvarp Føroya, produziert von Kristian Blák.

Der Verkäufer hat mich einfach überredet. Er meinte, es sei das Beste an färöischer Musik, was er da hat. Es hat mich nicht enttäuscht. Dort spielen mit Ausnahme von Kári Sverrisson, die selben Musiker, wie gestern auf dem Konzert. Naja, und und statt Kári singt dort Eivør. Unbeschreiblich schön. :-)


          Bisherige Antworten:

          Korrektur Arne 14.11.2004 17:04
                    Re: Korrektur der Korrektur Helmut Wilhelm 14.11.2004 18:15
                              Re: Korrektur der Korrektur Arne 15.11.2004 21:47




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