Beispiel aus Hamburg, etc.

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erstellt von Arne List am 3. Oktober 2004 um 18:32:32 Uhr



Antwort auf: "Walzahntore" (von Matthias2 am 1. Oktober 2004 um 17:54:10 Uhr)
Hamburger Abendblatt vom 27. August 2002

"Schulterblatt - Knochen vom Wal

Schulterblatt - Die Straße Schulterblatt im Grenzbereich von St. Pauli, Altona und Eimsbüttel erhielt 1841 offiziell diesen Namen, der aber im Volksmund bereits seit dem 17. Jahrhundert gebräuchlich war. Er geht zurück auf ein Wirtshaus, in dem Seeleute und vor allem Walfänger verkehrten. Der Wirt hatte sich das Schulterblatt eines Wals mitbringen lassen, es bunt bemalt und als nicht zu übersehendes Aushängeschild vor seine Gaststube gehängt. Damals spielte der Walfang, der heute mit Recht unterbleiben muss, eine wichtige Rolle im Hamburger Wirtschaftsleben, und neben Walöl, Fischbein und Walfleisch fanden Walknochen und Walfischrippen eine praktische Verwendung im Alltag, etwa als Tor- und Eingangsbogen oder als Abweiser am Rande der Fußwege. mj"

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Hierzu ist anzumerken, dass Hamburg das Zentrum des deutschen Walfangs war, der 1939 eingestellt wurde. Viele Ältere verbinden heute noch den Walfang mit der Magarine der damaligen Zeit.

Eine bekannte, die von der Westküste stammt (Nordseeküste), berichtet von ihrem Großvater, der ein Walfänger war, dass er das Eingangstor zu seinem Haus auf Amrum auch mit zwei Walrippen ausgestaltet hat.

Oder hier ein Beispiel aus dem Bereich der Niederelbe auf niedersächsischer Seite:

"Mündlich ist überliefert, daß vor dem Ersten Weltkrieg in Geversdorf ein Tor aus Walkieferknochen auf dem Deich gestanden hat. Andere Quellen berichten von einem Heckpfahl aus Walknochen."

http://www.niederelbe.de/osten/walfang.htm

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Eine beliebige weitere Fundstelle belegt genau das gleiche in der Karibik (Grenadinen-Insel Bequia):

"Bequia mit der Admirality Bay voller Yachten und beliebter In-Treffpunkt fuer Segler. Die "Whaleboner Bar" betreten Sie ueber ein Pier und laufen durch ein Tor aus zwei riesiegen Walrippen, die Bartheke besteht aus dem Kieferknochen eines Walfisches mit mehreren Metern Laenge und Sie sitzen auf Barhockern aus Walwirbeln. Am Abend bei Cocktails, Live-Reggae-Musik und Lagerfeuer ist die Welt noch ein Stueckchen schoener als sonst wo auf der Welt."

http://www.sailingparadise.com/reviere_haefen_ka.html

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Kurz: Ich denke mal, solche Tore wurden überall gebaut, zumal ja Walfänger weit rum kamen in der Welt.

Wie die meisten Länder der Erde jagen die Färöer heute keine Großwale mehr. Das Tor von Nólsoy muss also schon relativ alt sein. Jedenfalls handelt es sich dabei um die Kieferknochen eines großen Pottwals:

http://faroeislands.dk/pages/NolsoyIndex.htm




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