Re: Der Reiz der Färöer-Inseln

[ Zur Hauptseite des historischen Diskussionsforums ]

erstellt von Arne am 20. Juli 2004 um 14:07:16 Uhr



Antwort auf: Der Reiz der Färöer-Inseln (von Uwe Schott am 20. Juli 2004 um 12:34:44 Uhr)
Der Reiz besteht aus folgender Mixtur:

1. Natur, 2. Kultur & Sprache, 3. die Leute, 4. das "Besondere" und "Seltene"

Zu 1.: Wohl ist klar, dass die Färöer einen förmlich erschlagen, wenn man sie sieht, und dass dieses Gefühl auch nicht weggeht. Am ersten Tag, wo ich auf den Färöern war (das ist ziemlich auf den Tag genau 20 Jahre her), trampte ich direkt von Havn nach Viðareiði und kletterte noch am selben Abend Richtung Kap Enniberg (wie wir wissen, das höchste Kliff der Welt). So. Da stand ich dann auf ungefähr 400 Metern Höhe über dem Meer (und es war spät, ich musste umkehren und das Gelände wurde auch steiler). Damals hatte ich keine Angst vor dieser Höhe, heute wird mir schon schwindelig, wenn ich die Fotos sehe, die ich an dieser Kante geschossen habe. Diesen Anblick werde ich nie vergessen!

Zu 2.: Am Morgen des selben Tages lag die Ankunft mit der Norröna in Havn. meine Güte, dachte ich, als ich schon alleine Nólsoy sah (dabei ist das ja die flachste aller Inseln dort). Die Färinger an Bord fingen spontan einen Kettentanz an, um die glückliche Heimfahrt zu feiern. Einer machte den Vorsänger und trug also dutzende Strophen vor, und die anderen stimmten dann ein. Unvergesslich, und natürlich danach sehr oft noch mal in anderen Formen aber immer ähnlich gesehen! Diese Sprache! Diese Lieder! Dann das Haus des Nordens! Ist das nicht toll da?

Zu 3.: Nun, ich habe einige Färinger kennen gelernt und kann wirklich nur sagen, dass sie alle sehr bemerkenswerte Persönlichkeiten sind, und hier rede ich von Gärtnern, Truckern, Fährmännern, Postboten und so weiter. Weltoffene Menschen, denen manchmal schwer ums Herz wird. Stolze Menschen, aber nicht überheblich. Insulaner und vielleicht manchmal zu naiv, aber das sollen sie sich bewahren. Als Deutscher schlug mir zu keinem Zeitpunkt irgendein Hass entgegen (die Färinger hätten aufgrund der 150 toten Fischer im Zweiten Weltkrieg "allen Grund" dazu) - anders erlebe ich das in Dänemark (auch die haben ja "allen Grund"). Das macht es einfacher, sich mit den Leuten "normal" zu verständigen.

Zu 4.: Es liegt der Reiz des Exotischen auf diesen Inseln. Inselwelten allgemein sind reizvoll. Sie zu entdecken ist ein Abenteuer! Und dass es dort immer was zu entdecken gibt, dokumentiert selbst aus der Ferne dann die Sprache! Damit kann man sich ein Leben lang beschäftigen und wird nie "fertig".

Ja, Gud signi Føroyar, mítt land!

          Bisherige Antworten:





[ Zur Homepage ]