Weiß

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erstellt von Arne am 15. Juli 2004 um 10:32:51 Uhr



Antwort auf: Re: English (von Uwe Schott am 15. Juli 2004 um 9:06:28 Uhr)
Moin Uwe,

"weiß" wird immernoch mit ß geschrieben, und "muss" mit ss. Die ß-Regel nach der neuen Rechtschreibung musste ich kürzlich einem Färinger erklären (leider nur in meinem fürchterlichen Englisch):

§1 In Switzerland the ß is never used, but always written as ss.
§2 In Germany, Austria and on international level, the ß is used instead of ss after a long vowel or a diphtong, indicating the voiceless s. Exception: Some names of people and places.
§3 After a short vowel the single s for the voiceless s only occurs in some words like "das", "was" and various foreign words like "Atlas" and "Bus".

Da es sich bei "weiß" um einen Diphtong vor dem stimmlosen s-Laut handelt, wird hier immer (außer in der Schweiz) das ß gesetzt. Daran hat sich durch die Rechtschreibreform nichts geändert (auch am Schweizer Sonderweg nicht). Bei "muß" ist die komplizierte Regel weggefallen, dass wenn ein stimmloses es am Ende des Wortstammes... (ich will das nicht erklären, es war derart bescheuert, dass ich regelmäßig sauer werde, wenn Laien gegen die Rechtschreibreform popularisieren).

Jedenfalls ist die Schreibweise "weiß" nur in der Schweiz zulässig und natürlich auf Schreibmaschinen, die diesen Buchstaben nicht anbieten. Ansonsten nicht. Das gilt auch für den Schriftsatz, besonders im Internet.

Dort ist es auch zwingend, Åland mit å zu schreiben. Übrigens darf man Aabenraa weiterhin so schreiben, aber dazu war eine Extra-Initiative der Apenrader nötig, die nicht einsehen konnten, warum ihre Stadt im Wörterbuch nicht mehr ganz vorne steht, sondern nach ganz hinten durchgereicht wurde. Daher trug diese Ini den Namen "Aabenraa vor!" (oder so ähnlich).

Warum ich so weit ausführe? Färöische geografische Namen sollten auch korrekt geschrieben werden, auch wenn man sich da auf der Tastatur etwas verrenkt. Fuglafjørður als "Fuglafjördur" oder gar "Fuglafjoerdhur" zu umschreiben, halte ich nur auf einer Schreibmaschine für erlaubt, die diese Buchstaben nicht anbietet.

Und um es abzuschließen: Aufregen tu ich mich über "Fuglafjördur" aber nie, solange das ð nicht als "dh" transkribiert wird, wie es für das Isländische üblich ist > "Seydhisfjordhur" im englischen Sprechkontext für den isländischen Fährhafen Seyðisfjørður.

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